Hema Bandsäge UH 400

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Ein Thema, das mich beschäftigt, seit ich mich näher mit dem Schreinern beschäftige: eine Bandsäge.

Es gibt ja gestandene Holzwerker, die „nur“ eine Bandsäge haben – und damit höchst anspruchsvolle Möbel bauen. Und wie oft stand ich schon in der Werkstatt und hab mir gedacht „jetzt wäre eine Bandsäge genau das Richtige“?!

Ich möchte mit ihr

  • Kurven schneiden
  • Bohlen hochkant auftrennen (mehr als 30 cm brauche ich nicht – meine Hobelmaschine schafft auch nicht mehr)
  • Drechselrohlinge herstellen
  • auch mal Alu schneiden

Das muss alles nicht höchst präzise sein (dazu ist eine Bandsäge einfach nicht gemacht), ich hab aber auch keine Lust, ständig an dem Teil rumzufummeln und mich über das Thema x oder y zu ärgern.

  1. Kein Platz

Ich habe keinen Platz mehr in der Werkstatt. Ein leidiges Thema, das wohl jeden von uns mehr oder weniger trifft. Und so hab ich immer genau das gesagt. Bandsäge; geht nicht, weil kein Platz. Ich habe mir dann versucht, auf andere Weise zu behelfen (z. B. mit meiner Rahmensäge). Das geht. Sogar gut. Nur für dauernd war’s dann doch nichts für mich. Immer alles nur per Hand zu machen. Vielleicht findet sich ja ein Weg, wie ich die Maschine auf Rollen in der Werkstatt in eine Ecke schieben kann, wenn ich das ein oder andere umorganisiere. Gut. Das war mir jetzt über Jahre zu viel Aufwand.

Platz findet sich immer – wenn man nur will.

2. Qualität der Bandsäge

Ein Dauerbrenner. Das Beste sind ja immer die Gussmonster von vor 100 Jahren in Dimensionen, wie sie kaum in einen LKW passen. Klar. Geht bei mir aber nicht. Den letzten Mist will ich aber auch nicht. Dann sind schon – sehr viele – kleinere Maschinen ausgeschieden. Meist so in der „300er“ Klasse (= Räder mit so um die 30 cm Durchmesser). In den letzten Jahrzehnten hat sich an der zugrundeliegenden Technik einer Bandsäge wenig/nichts getan. Ein stabiler Maschinenständer, zwei möglichst gut gewuchtete und massive Räder, sehr gute Bandführungen und möglichst ein Gusstisch. Wenn’s ganz toll werden soll, ist der auch noch zu schwenken.

Die aktuellen Maschinen haben meist eines gemein. Sie sind kostenoptimiert. Im Ergebnis hat das für den Kunden meist zur Konsequenz, dass über die Jahre – immer größere – Abstriche gemacht worden sind. Die Marge der Hersteller bleibt gleich, der Preis geht hoch, die Qualität runter. Irgendwie nicht schön. War mir zu blöd. Eine aktuelle Bandsäge in einer in meinen Augen „brauchbaren“ Qualität hätte mich neu rd. 3.400 € gekostet. Dazu wären dann noch der Transport & Aufbau gekommen, so dass ich am Ende bei rd. 4 T€ gelandet wäre. Wollte ich nicht.

Also habe ich jetzt fast 3 Jahre bei – wirklich – alten Bandsägen gesucht. Hersteller waren da z. B. Hema, Frommia, Panhans – und einige mehr (meist „grün“ 🙂 ).

3. Kellertransport

Die Maschine muss irgendwie in meine Kellerwerkstatt. Leider haben wir nur eine Innentreppe; doppelt gewandelt, Holzstufen. Von daher scheiden Maschinen aus, die man (ich) nicht mit 3 – 4 Männern bewegen kann.

4. Zu teuer

Hm. Schon schwieriger. Ich wollte keine 4 T€ ausgeben. Mein – maximales – Budget lag bei etwa 1.500 €. Das hieß: langes Suchen….

Irgendwann bin ich dann endlich im Netz fündig geworden.

Meine „Hema UH 400“

🙂

Mit dem Verkäufer habe ich noch ein wenig gehandelt und so ist dann sogar noch bei dem Preis der Transport via Spedition zu mir nach Hause dabei gewesen.

Sie ist – endlich – da! Jucheeeee

🙂

Ein paar „langweilige“ technischen Daten zu meinem „neuen“ Schätzchen:

Baujahr: 1972

Leistung: 1,5 kw (380 V)

Rollendurchmesser. 400 mm

Höhe: 1,84 m (Kellerdecke ist auch noch so ein einzuhaltendes Maß)

Breite: 1,15 m

Tiefe: 0,6 m

Schnittbreite: 38 cm

Schnitthöhe: 30 cm

Tisch: 540 x 600 mm, Parallelanschlag, neigbar um 45° / – 15°, Oberfläche gehobelt (dann gleitet das Holz besser)

Blattlänge: 3320 (Breite der Blätter 4 mm bis 25 mm)

Gewicht: ca. 220 kg (der Verkäufer meinte 300 kg, die – sehr freundlich – Hotline von Hema hat mir aber 220 kg genannt)

Das einzige, was mir fehlt, ist eine Motorbremse. Schade. Kann ich aber mit leben.

Das Ding ist also durchaus „schwer“. Ich habe dann alles abgebaut, was ging, um das Gewicht transportabel zu machen. Das hieß

  • Tisch weg
  • Motor ab

Im Ergebnis war das Monster aber immer noch so schwer, dass wir es uns zu Dritt nicht zugetraut haben, das Ding mit Tragegurten die Treppe runter zu wuchten. Verzweiflung hat sich breit gemacht! Das kann doch wohl nicht wahr sein.

Dann die Idee. Wir lassen sie die Treppe runter rutschen. Auf dem Dachboden hatten wir noch eine alte Kindermatratze aus einem Gitterbett. Da haben wir das Maschinen dann drauf gelegt und mit vereinten Kräften „kontrolliert“ (…) die schiefe Ebene rutschen lassen.

Ging dann doch erstaunlich gut. Nichts kaputt gegangen, keiner verletzt.

Puh!

Jetzt musste das Ding „nur noch“ wieder zusammen gebaut werden.

„jetzt bist Du dran!“

… hm. Kann ich ja verstehen….

Die Anschlüsse habe ich mir lieber vor der Demontage des Motors fotografiert.

Mein Freund der Elektrotechniker hat mir dann doch lieber geholfen – wir sind jetzt schon mehr als 30 Jahre befreundet – und wollen noch das ein oder andere Jährchen dranhängen… 🙂

Das ist nun der Punkt, der mich am allermeisten freut. Das Ding passt – auf den Zentimeter – genau in die Ecke rein. Gerade so, als ob sie genau dafür gemacht gewesen wäre. Einmal kurz nach vorne geschoben, schon kann’s losgehen.

Toll!

Das massive, obere Gussrad. Aufgehängt an einer Doppelwellenführung. Der Rahmen ist noch aus massiven, 5 mm starken Stahl – und sehr stabil.

Der Gusstisch ist nach vorne & hinten schwenkbar.

Ob man/ich das überhaupt & wirklich brauchen werde – man wird sehen.

Die untere Bandführung ist noch mit zwei Holzblöcken. Leider kein Absaugstutzen. Nur ein „Loch“ unten links, durch das die Späne austreten. Da werde ich mir noch was einfallen lassen müssen/wollen.

Als erstes habe ich einen kleinen Besen missbraucht, auseinander geschnitten und als Abstreifer am unteren Rad montiert.

An der Maschine waren original Panhans Führungen verbaut. Die sind super & haben „an sich“ auch gut funktioniert. Bei der oberen war das hintere Rad aber leider „durch“. Sie geht aber noch.

Aber irgendwie „wollte“ ich auch was Neues an der Machine und so habe ich mir die aktuellen Hema Führungen bestellt (oben und unten). Das fällt wohl eher unter die Kategorie „Lustkauf“ 🙂

Der erste Testschnitt in Nuss – ca. 30 cm längs. Sägeblatt ist neu und auch von Hema.

Yep – so hab ich mir das vorgestellt.

Super!

Das hat sich gelohnt. Die folgenden Projekte können kommen.

 

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Mein Weg als Hobbyschreiner