Das Werkzeug

Das Thema „Werkzeug“ beschäftigt wohl jeden, der sich mit dem Thema Holzarbeiten näher beschäftigt. Immer wieder kommt die Frage auf, welches Werkzeug brauche ich?

Eines vorneweg: Es ist ein ewiger Kampf zwischen dem, was man sich leisten kann & will und dem, was man erreichen möchte & muß. Wie bei so vielen im Leben, gibt es immer mehrere Lösungsmöglichkeiten.

Ich habe mich dazu entschlossen, erst einmal zu probieren. Das ging bei mir bestimmt über mehrere Jahre. Dann hat sich langsam rauskristallisiert, dass mir das Thema Holz erhalten bleiben wird. Sukzessive habe ich mir dann, wenn ich es gebraucht habe, Werkzeug dazu gekauft.

Sinnvoll finde ich, wenn man einen Weg vom Groben hin zum Feinen beschreitet. Also,

– im ersten Schritt immer benötigtes Werkzeug kaufen (das „sowieso – Werkzeug“); z. B. Schraubenzieher, Hammer, Schraubenschlüssel, Zangen, Bohrmaschine. Ein Bild will ja auch mal aufgehängt werden und wenn man eine Lampe installieren kann ist das bestimmt auch nicht verkehrt.

– im zweiten Schritt dann – in Bezug auf Holz – Werkzeug für die grundlegenden Arbeiten wie Sägen, Schleifen, Fräsen. Sinnvolles Werkzeug hierfür sind z. B. eine Handkreissäge (für gerade Schnitte) bzw. Stichsäge (für Kurvenschnitte), Schleifer und Oberfräse. In der Folge dann Spezialmaschinen – die aber nur projektbezogen (z. B. Lamello Fräse). Je länger ich mich mit dem Thema Holz beschäftige, desto höher wurden die Anforderungen an die Qualität der Werkzeuge. Leider habe ich bisher wenig / kein Werkzeug gefunden, mit dem ich sehr gute & genaue Ergebnisse erzielen konnte, das „billig“ war. Meist ist gutes Werkzeug leider auch teuer.

Das Ganze geht – natürlich – auch mit Handwerkzeug. Das will aber auch gekonnt sein; inkl. der Pflege, die dieses Werkzeug mehr braucht, als Maschinen (z. B. Schärfen einer Handsäge; bei der Stichsäge wird ein neues Blatt montiert und gut ist).

– im dritten Schritt kann man sich dann überlegen, ob für einige Arbeitsschritte auf stationäre Maschinen zurückgegriffen werden soll. Das lohnt sich aber erst, wenn absehbar ist, dass dieser Weg weiter begangen werden soll.

Preislich gibt’s eine große Bandbreite von „sehr billig“ bis hin nach oben offen. Ich empfinde es als hilfreich, sich innerhalb von einem System zu bewegen, da dann Kompatibilitäten genutzt werden können (bei mir hat sich Festool und Lie Nielsen als passend herausgestellt; bei jemand anderen mag es eine andere Firma sein).

Ach ja. Ein Aspekt spielt auch mit rein. Werkzeug darf auch „schön“ sein. Für mich hat ein schönes Werkzeug auch etwas mit Ästhetik zu tun. Damit macht das Arbeiten gleich noch mehr Spaß. Und darum geht es ja zu einem großen Teil – im Hobbybereich!

Hier einiges von dem Werkzeug, das bei den Projekten zum Einsatz kommt. Zum Teil ist hier Werkzeug abgebildet, das schon lange zum Einsatz kommt (z. B. Metabo Bohrmaschine) und zum Teil noch ganz neues Werkzeug (z. B. Leigh D4 R).

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Die „Haupt – Maschine“ ist sicherlich meine Felder Kombi 731 S (4 kw; 2,5 m Schiebetisch).

Die habe ich 2009 gebraucht gekauft (Bj 2003). Das war eine sehr gute Entscheidung. Mit Hilfe von ihr kann ich rohes Holz formatieren, hobeln (31 cm; 4 Messer Welle) und mit „ausgewachsenen Fräsern“ einer Tischfräse fräsen. Mit der (zusätzlichen) Hochgeschwindigkeitsfrässpindel (15.000 U/min.) steht mir auch eine Tischfräse  zur Verfügung, auf der ich auch normale Fräser einer Oberfräse verwenden kann.

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Im Vordergrund die Absaugung (AF 22) der Firma Felder.

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Die Tormek T 7 in der Schleifecke. Ich habe mich dazu entschlossen, sie mit Diamant Scheiben zu betreiben, da hierbei das Abrichten entfällt. Wenn’s „gut“ werden soll, nehme ich aber – doch – lieber die herkömmlichen Wassersteine und schleife per Hand.

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Meine Standbohrmaschine (Krenn; 400 V; 0,75 kw). Auch sie habe ich gebraucht gekauft. Für Standbohrmaschinen kann man ein Vermögen ausgeben. Das wollte ich aber nicht. So habe ich hier eine Gebrauchte gekauft und – bewußt – eine älteren Datums gewählt, aber darauf geachtet, dass sie noch nicht so „hergenommen“ worden ist. Die viele Elektronik in den modernen Maschinen behagt mir nicht.

Übrigens auch ein Punkt, der mir an meiner Felder sehr gut gefällt. Das ist noch simple Technik. Das schlimmste was da mal passieren kann ist, dass mir ein Motor kaputt geht. Den kriege ich auch in 20 Jahren noch. Die Gussteile werden mich – locker – überleben.

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Die Stemm Maschine. Wenn man sie mal braucht, ist sie wunderbar und tut, was sie soll. Präzisionsarbeit darf man allerdings nicht von ihr erwarten. Eine Langlochbohrmaschine wäre da sicherlich präziser. Die kriege ich aber nicht mehr in die Werkstatt. An die Felder möchte ich sie nicht anschliessen. Zum einen, weil ich dieses schwere Teil dann immer „mal eben“ durch die halbe Werkstatt wuchten müßte. Zum anderen, weil der Anbau auch Platz braucht und die Hobelwelle, an der der Support angeschlossen wird, für eine Langlochbohrmaschine denke ich zu schnell läuft, als dass da wirklich saubere Ergebnisse rauskämen.

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Die Leigh D 4R Pro. Ein tolles Teil! Mit ihr können Zinkungen (fast) jeder Art gemacht werden. Die Einteilung kann selbst vorgenommen werden, so dass man nicht an die Vorgaben von bereits fertigen Schablonen angewiesen ist. Damit ist man beim Bau variabler und muß nicht bereits bei der Planung die spätere Zinkeneinteilung berücksichtigen – das würde bei mir (…) mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit schief gehen….

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Meine Leimknechte / Türspanner (1,5 m / 16 kg). Das sind super Teile! Die habe ich mir damals für den Bau der Hobelbank gekauft. Mittlerweile bin ich schon so oft sehr froh gewesen, sie zu haben. Simpelste Technik, bei der nichts kaputt gehen kann. Extrem massiv gebaut – die geben keinen Millimeter nach. Ich habe sie damals bei einem Versandhändler gekauft. Der hat zwischenzeitlich leider pleite gemacht. Derzeit kenne ich leider keine Bezugsquelle für derartig massive Zwingen.

Mich haben sehr viele Nachfragen rund um die Türspanner erreicht. Daher hier noch einige Detailaufnahmen mit den Maßen zur Info:

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Meine (bisherigen … 🙂 ) Lie Nielsen Hobel – hier die Flachwinkler; links noch eine Ziehklinge.

– kleiner Bronze – Nr. 102 – Einhandhobel

Schweifhobel – gerade Sohle

Nr. 7 1/2 (ganz hinten) – Rauhbank

Nr. 60 1/2 – kleiner Einhandhobel

Nr. 62 – langer Flachwinkel Schlichthobel

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Der zweite Teil der Hobel. Link der große Simshobel (Nr. 610), daneben der mittlere Simshobel (Nr. 42), dann der kleine Flachwinkler (Nr. 164) , eine Nr. 4 (Bronze) und eine Nr. 4 1/2.

Zum Stemmen & Sägen steht mir folgendes Werkzeug zur Verfügung:

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– Ein Satz Lie Nielsen Stemm Eisen.

– Lie Nielsen Sägen (quer / längs)

– Klüpfel

– 1 Satz Kirschen Stemmeisen.

– hier noch zu sehen: der Lie Nielsen Schabhobel (Nr. 66)

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Die Elektrogeräte:

– Festo Handkreissäge (TS 75)

– Festo Stichsäge (Trio 400)

– Festo Oberfräse (OF 1400)

– Festo Rotex (RO 150)

– Lamello Classic C 2

Zum Bohren / Schrauben steht mir folgendes Werkzeug zur Verfügung:

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Protool DRP 18-4. Das ist die Variante mit Kabel und ohne Schlag. Ich wollte – unbedingt – einen Schrauber mit Kabel. Bei den Akku Schrauben sind mir laufend die Akkus kaputt gegangen. Das war mir dann zu teuer. Mein erster Akku Schrauber war ein 20 DM (…) vom Wühltisch im Baumarkt. Der war super. Als der dann ersetzt werden mußte, stand der Bau unseres Hauses kurz bevor. Ich habe dann einen Makita Schrauber geleistet. Es sollte ja was Gutes sein. Der hat im Winter im Keller offenbar Frost abbekommen und war nach noch nicht einmal 1 Jahr hinüber. Dann kam der Metabol (s.u.). Der ist in Ordnung. Der Akku macht aber auch langsam schlapp.

Mit dem Protool bin ich SUPER zufrieden. Er hat Kraft ohne Ende (siehe Bau der Pergola / Hobelbank). Das Kabel stört mich in keinster Weise. Perfekt das Teil.

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Die Gesamtübersicht über die Schrauber.

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Der Metabo Akku Schrauber BS 18 LI. Der ist völlig in Ordnung. Nach nunmehr fast 3 Jahren verlassen mich die Akkus aber langsam.

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Meine „erste“ Bohrmaschine. Mittlerweile gefühlte 20 Jahre alt. Metabo 6021 Contact. Sie hat ein Hammerwerk und eine Funktion, die sicherstellt, dass die Maschine ausgeht, wenn man ein Kabel trifft. Die ist super. Die gebe ich erst her, wenn sie das zeitliche gesegnet hat….

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