Warum die viele Arbeit mit Holz?

Warum halse ich mir eigentlich so viel schwere Arbeit in der Werkstatt auf?
 
Eine Frage, die mich immer wieder umtreibt. Die Antwort hierauf ist aber nicht statisch. Sie hat sich geändert.
Eine Entwicklung
  • Nestbautrieb
Ja. Zugegeben. Ein wenig verklärt hört sich das schon an. Aber es war so. Als sich unsere Tochter angekündigt hatte, kam in mir das Gefühl auf, etwas für sie „bauen“ zu müssen. Nach längeren Diskussionen mit meiner Frau, habe ich mich überzeugen lassen. Es wurde nicht die Wiege – wir haben eine ca. 100 Jahre alte aus der Familie meiner Frau genommen. Diese Tradition wollte ich nicht brechen. So wurde es dann eine Wickelkommode (zu finden in den Projekten hier auf der Seite).
  • Ich will sparen!
Auch das ist ein Grund. Wie ich heute weiß – es stimmt nicht. Im Gegenteil. Selbstgemacht = teuer.
 
Man braucht erst einmal eine Unmenge von Werkzeug. Hat man das dann – irgendwann – endlich beisammen, stellt man fest, das genau das, was man gerade machen will, nicht mit dem vorhandenem Werkzeug zu bewerkstelligen ist. So sammelt sich über die Zeit – eine große – Menge an Werkzeug an.
Hinzu kommt, dass man auch Material braucht. Als Privater kann ich nur geringe Mengen abnehmen – sprich Mengenrabatte kann ich nicht in Anspruch nehmen.
Schließlich kommt noch die Arbeitszeit mit dazu. Das kann sich ganz schön aufsummieren. Aber zumindest das, geht nicht (direkt) durchs Portemonnaie J
 
  • Ich brauche was Spezielles
Klar. Auch das spielt hier mit rein. Wie oft sind wir schon durch die unzähligen Möbelhäuser getingelt, haben gemessen, gerechnet, diskutiert. Und am Ende doch nicht den Schrank gefunden, der bei uns in „diese Ecke“ paßt.
Der Weg in die Werkstatt kann das ganze abkürzen.
 
  • Die Kinder sollen sehen, dass der Schrank nicht nur aus dem Möbelhaus kommt
Sehr wichtig ist mir, unseren Kurzen etwas zu vermitteln. Hierzu zählt auch, dass man mit den eigenen Händen sehr viel erreichen kann und das Leben nicht nur aus Computerspielen besteht. Deswegen dürfen unsere beiden Kinder jederzeit in die Werkstatt – wenn sie wollen. Ich gebe ihnen auch „gefährliches“ Werkzeug in die Hände. Das dann aber unter Aufsicht. Ein kleiner Kratzer kann auch einen erziehenden Aspekt haben. Nur der Finger sollte doch noch dran bleiben – das zählt dann zu meinem Part.
Beide Kinder freuen sich. Die Eltern auch. Für den einen ist es ein Erfolg, wenn er 2 Stunden mit der Kindersäge unzählige Schnitte an einem Abfallholz hingebracht hat (mensch, Papa. Das war aber anstrengend!). Für den anderen ist es schön, selbst eine kleine Kiste gebaut zu haben, in der dann die Süßigkeitenschätze vor dem Bruder versteckt werden können. Alles alleine gemacht.
Mir ist auch wichtig, dass meine Kinder den Umgang mit alltäglichem Werkzeug lernen. Sie sollen später einmal nicht darauf angewiesen sein, gleich einen Elektriker rufen zu müssen, nur, wenn es darum geht, die gerade gekaufte Lampe anzuschliessen. Das hat auch viel mit Selbständigkeit und Freiheit zu tun. Und natürlich auch: Kostenparen…
 
  • Ausgleich zum Beruf
Ein Punkt, der bei mir durchaus einen gewissen Stellenwert einnimmt. Die körperliche Arbeit ist ein gern willkommener Gegenpol zum Büroalltag und dem Schreibtisch. Ich kann in der Werkstatt sehr gut entspannen und mal auf andere Gedanken kommen. Das kann ungemein helfen – dann auch im Büro.
 
  • Flexibilität erhalten
Ein nicht zu unterschätzender Aspekt. Die Arbeit mit Holz ist gekennzeichnet von einer schier unübersehbaren Vielzahl von „Prozessschritten“. Alles kann man weder haben noch können. Zumal, wenn man das nicht „richtig“ gelernt hat.
Im Ergebnis bedeutet das aber, das die Arbeit in der Werkstatt eine Aneinanderreihung von Suchen ist. Der Suche nach dem richtigen Vorgehen und der passenden Lösung. Es zeigt einem ja keiner. Das macht das Ganze aber auch wieder sehr spannend & herausfordernd – und am Ende, wenn’s mal wieder geklappt hat darf man sich über das Geleistete freuen.
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