13. Finale

Der Tisch wird heute fertig. Ein paar letzte Arbeiten stehen noch an, dann kann er an seinem neuen Wohnort einziehen.

DSC_1980

Die Schublade braucht noch eine Führung. Ich habe mich für eine simple, in einer Nut geführte Variante entschieden.

Und hier kommt der „große Einsatz“ von dem Restholz, das ich ganz am Anfang von dem Ursprungsbrett abgesägt habe.

DSC_1982

Die Maße werden angerissen und gegenseitig übertragen. Wichtig war mir, dass die Nut nicht genau in kritischen Stelle rauskommt.

So kann ich es so ausrichten, dass die Nut mittig in einer Schwalbe/kurz davor endet.

DSC_1984

So kann ich dann den Falz anzeichnen.

DSC_1983

Den Falz säge ich an der Tischkreissäge.

DSC_1985

Der erste Schnitt.

DSC_1986

Der zweite Schnitt – das Abfallholz ist links vom Sägeblatt und kann sich so nicht zwischen Parallelanschlag und Sägeblatt verklemmen.

Das ist eine Unfallquelle!

DSC_1987

So aber kann nichts klemmen – und alles ist gut.

DSC_1990

Noch ein paar Hobelzüge mit dem großen Lie Nielsen Simshobel. Ich möchte die Oberfläche möglichst glatt haben, um so eine möglichst leichtgängige Funktion zu gewährleisten.

DSC_1993

Nun noch ein paar Löcher vorgebohrt, damit die Führungsleisten montiert werden können.

DSC_1994

Fertig sind die Führungsleisten – für „mau“.

DSC_1995

Nun kann ich mich an die Nut im Schubkasten wagen.

Damit die Ausrisse möglichst verringert werden, habe ich mich für einen Spiralfräser entschieden.

So ein „Zufall“, dass der einen Hauch breiter ist, als der Falz von der Führungsschiene.

Das sind Dinge, an die denke ich mittlerweile vorher. Das spart viel lästige Nacharbeit…

DSC_1996

Die maximale Tiefe vom Falz ist angezeichnet. Ich werde einen Hauch darunter bleiben. Davon verspreche ich mir, dass die Schublade später dann leichter läuft.

DSC_1997

Mit dem Parallelanschlag der Oberfräse geht’s dann zur Sache. Wichtig war mir, dass da – auch am Schubkasten selbst – nichts wackelt und alles schön fest ist.

DSC_1998

Die Nut selbst war dann schnell gefräst.

DSC_1999

Nun kann die Schublade montiert werden – ein spannender Moment. Passt auch alles?

Ich bin allein und habe nur zwei Hände. Ich behelfe mir mit den Schraubzwingen. So kann ich so lange fummeln, bis die Schublade genau so sitzt, wie ich sie haben möchte.

DSC_2000

Was habe ich da geflucht! 2 Stunden sind bei so einem albernen Schritt drauf gegangen.

Ich konnte die Löcher nicht vorbohren, weil mein Schrauber zu lang war. So habe ich mir damit beholfen, Schrauben zu nehmen, die ich mit einer Ratsche eindrehen kann.

Dumm nur, dass die erst greifen müssen. Und das tun sie nur, wenn ordentlich Druck ausgeübt werden kann. Gar nicht so leicht tief unter dem Tisch….

DSC_2001

Weil’s so viel Spaß gemacht hat und auch so hervorragend funktioniert hat, ist mir dann nach drei Schrauben noch ein „Problemchen“ eingefallen.

Ich habe die Löcher in den Führungsschienen passend vorgebohrt. Das hat zur Konsequenz, dass ich die Tischplatte mit den dann sechs Schrauben am Arbeiten hindere – und so die ganze Arbeit mit den Gratleisten zunichte machen würde.

Also; hilft nichts. Alles noch einmal raus. Es war sehr gut, dass ich allein in der Werkstatt war….

Nun habe ich die Löcher – satt – erweitert, Unterlegscheiben verwendet und dann das ganze Spielchen von vorne…

DSC_2002

Irgendwann war’s mir dann zu blöde. Ich habe den Tisch auf den Auslegertisch von der Kombimaschine gestellt. Dann muss ich – wenigstens – nicht stundenlang auf dem Boden rumkriechen und versuchen, blöde Schrauben einzudrehen.

DSC_2003

Dann hatte ich – doch noch – eine Idee. Vorbohren konnte ich nicht. Was aber geht, ist eine dünne Schraube mit einem ganz kurzen Schraubendreher einzudrehen. Das erzeugt das notwendige Führungsloch.

DSC_2004

Auf die Idee hätte ich mal früher kommen sollen! Ab da ging’s dann sehr flott.

DSC_2005

Geht doch! Der Schubkasten lässt sich nun so weit ausziehen, dass man auch noch „hinten“ gut dran kommt und der Schubkasten selbst aber noch stabil von der Führungsschiene geführt werden kann.

DSC_2007

Damit der Schubkasten nicht im Eifer des Gefechtes ganz heraus gezogen wird, habe ich noch an beiden Seiten Stoppklötzchen angebracht.

DSC_2009

Fertig ist der Tisch.

DSC_2011

Wirklich?

Die Qualitätskontrolleure waren in der Werkstatt und haben Pfusch entdeckt…. Ok – ich geb’s ja zu. Hat mir auch nicht gefallen. Ich hatte aber keine Lust mehr, alles – noch mal – auseinander zu nehmen.

An der Montage vom Zwischenboden muss also noch etwas geändert werden.

DSC_2012

Also zeichne ich die Umrisse der Auflageplatten an.

DSC_2013

Und nehme den Tisch – doch – wieder auseinander. Zumindest an einer Seite.

DSC_2015

Nun kann ich mit der Oberfräse das „zuviel“ weg fräsen. Das mache ich frei Hand. Es geht ja nur drum, dass die Tiefe einheitlich ist. Der Rest muss keine Schönheitswettbewerb gewinnen, da im nicht Sichtbereich.

DSC_2016

Nicht perfekt, erfüllt aber seinen Zweck.

DSC_2017

Die Platten passen nun rein. Auch hier habe ich kleinere Schrauben genommen, als die Löcher groß sind. So kann die Platte noch arbeiten.

DSC_2018

Gefällt uns – viel – besser.

Der Abstand zu den Füßen ist bewußt – das ist der Puffer, um dem Holz die Möglichkeit zum Arbeiten zu geben.

DSC_2021

DSC_2022

Die Oberflächenbehandlung möchten wir an derjenigen vom Esszimmertisch orientieren. Beide Tische sollen gleich aussehen – nicht nur vom Stil her.

Die feinen Weißpartikel erhalten den schönen, hellen Ton vom Holz sehr gut (= zusätzlicher UV Schutz).

DSC_2023

Insgesamt drei Aufträge hat der Tisch bekommen.

DSC_2019

DSC_2020

Und dann kommt der Brennstempel zum Einsatz 🙂

_NIK5614

Nun kann der Tisch endlich an seinen Bestimmungsplatz.

_NIK5615

Der Schubkasten läuft butterweich und läßt sich mit nur einem Finger bedienen.

_NIK5616

Wir haben uns gegen einen Griffknauf entschieden. Er würde den Gesamteindruck nur stören und wäre auch nur etwas, an dem man immer wieder mit dem Fuß hängen bleibt.

_NIK5617

_NIK5618

Die Schweizer Kante und die nicht sichtbaren Gratleisten gefallen mir sehr gut. Das freut mich sehr, dass das so gut geklappt hat.

_NIK5619

Ein moderner Tisch, gefertigt in der klassischen Technik. Es geht – uns gefällt’s.

Fertig.

Zurück zur Projektübersicht Couch Tisch.

Die Oberflächenbehandlung ist unter „Oberflächenbehandlung – Esstisch, Couchtisch & Barhocker“ dargestellt.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.

Mein Weg als Hobbyschreiner