Streichmaß

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Das Streichmaß. Ein Werkzeug, das wohl jeder von uns in der Werkstatt hat. Ich habe auch eines. Nein. Mehrere. So richtig sagt mir jedoch keines zu. Dinge, die mich stören sind

  • es rollt von der Hobelbank
  • der Anschlag verstellt sich
  • das Einstellen ist umständlich
  • ich möchte auch mal mit Bleistift anzeichnen

Und so habe ich mir ein paar Gedanken gemacht, in der Restekiste gewühlt. Damit ich später auch verschiedene Maße eingestellt sein lassen kann und dann die verschiedenen Streichmaße unterscheiden kann, habe ich mich für verschiedene Holzsorten entschieden. Eine – besonders lange – Version ist auch dabei, wenn man doch mal ein so großes Maß anzeichnen möchte.

Und los ging’s.

Hm. Leider sind die Anfänge vom Bau noch in die „bloglose“ Zeit gefallen und so habe ich nicht alles fotografiert.

Im Grunde aber kein Hexenwerk. Die Rundungen habe ich mit einem großen Forstnerbohrer gemacht. Die durchgehende Nut am Frästisch mit einer Einsatzfräsung. Den Falz und die Nut habe ich per Hand gehobelt. Das Holz ist (von oben links aus gesehen) Robinie, Eiche, Kirsche und Robinie.

Weil ich’s einfach schön finde und mir auch noch eine besser Haltbarkeit davon verspreche, habe ich noch ein Messing Stückchen eingeleimt.

Werkzeug darf auch schön sein. So habe ich mich für „so eine“ Schraube entschieden. Ich finde sie sogar – sehr – schön. Ich wollte eine „große“, weil ich sie dann mit meinen Wurstfingern besser greifen kann (ich mag diese fummeligen Einstelereien nicht so sonderlich gern).

Hierzu gibt es eine (leider bilderlose) Geschichte am Rande:

Solche Schrauben gibt es nicht zu kaufen. Oder zumindest habe ich keine (zu vertretbaren Preisen unter 20 € das Stück) gefunden. Messing lässt sich halbwegs gut an einer normalen Drechselmaschine bearbeiten. Das habe ich dann auch getan. Mit einem halbwegs brauchbaren Ergebnis. Ich wollte die Schraube dann „rändeln“. Dazu habe ich mir extra ein entsprechendes Werkzeug geholt. Nun gut. So richtig überzeugt war ich nicht.

Und wie es der Zufall manchmal so will, habe ich Abends mit Gerd Fritsche telefoniert und ihm von meinem aktuellen Projekt erzählt. Was soll ich sagen? Gerd hat sofort und von sich aus angeboten, mir eine Schraube wie gewünscht mit meinen Maßen an seiner richtigen Drehbank zu machen. Zwei Tage später war sie auch schon bei mir.

Da habe ich mich RIESIG gefreut – und da hat Gerd auch noch was gut bei mir :-).

Ich bin – immer wieder – völlig baff, was Gerd so alles zaubert. Es sind vor allem diese „kleinen“, ungewöhnlichen Dinge, die man sonst praktisch nirgends bekommt, wo Gerd so stark ist. Etwas ganz besonderes.

Und eben das passt genau zu Gerd – so ist er.

In die Schraube (oder ist es eigentlich eine Mutter? 🙂 ) passt dann eine Messinggewindestange, die ich mir passend abgesägt habe. Die Hülsenmutter kommt von unten rein und verbindet dann das Ganze.

Das Durchgangsloch wird an der Tischbohrmaschine gebohrt. Mittlerweile habe ich mir angewöhnt, so kleine Teile lieber mit einem kleinen Schraubstock zu halten – die Dinger fliegen einem doch gerne mal um die Ohren oder vielmehr Hände und das macht einfach keinen Spaß…

Es soll ja „schön“ aussehen und so wird alles noch sauber gemacht und versenkt.

Die Hülsenmutter habe ich satt versenkt, damit beim Ablegen auf der Unterlage nichts verkratzt wird.

So lang soll sie dann am Ende werden; das Maß wird übertragen.

Die Gewindestange wird abgelängt – mit meiner „Spezial Halterung“, bei der das Gewinde beim Spannen nicht beschädigt wird.

So, jetzt ist es dann auch eine „richtige“ Schraube.

Damit das Holz beim Festziehen geschont wird, stanze ich mir noch kleine Lederstückchen mit dem Locheisen aus.

Quasi eine Unterlegscheibe aus Leder.

Da warten sie nun, die schicken kleinen Dinger, bis der Kleber trocknet.

So der Reihe nach aufgebaut, könnte man fast schon von Massenfertigung sprechen.

Ich möchte zwei mit einem Messer machen und zwei mit Bleistift.

Vorne soll eine kleine Schraube das Messer/Bleistift halten. Die möchte ich nicht nur einfach ins Holz drehen sondern in einer Messingstange.

Das Loch dafür muss ganz genau gerade sein. Das mache ich lieber auf der Drechselbank (meine Tischbohrmaschine ist dafür zu klein; per Hand war mir zu heikel).

Geht doch.

Zumindest drei mal…. 😦

Ausgerechnet die ganz lange Stange ist leider (natürlich ganz am Schluss…) gebrochen. Dummerweise hab ich jetzt kein passendes Rest Holz mehr. Da muss ich mal in mich gehen, was ich da machen werde.

Blöd. Aber so etwas passiert leider doch immer mal wieder.

Da waren’s nur noch Drei…

Die Messingstückchen klebe ich dann kurzerhand ein.

Das sollte gut halten.

Von oben kann nun das Loch für den Bleistift gebohrt werden.

Nun ein senkrechtes Loch für die Schraube.

PS: Danke an Klaus – Deine Holzzwinge ist wirklich Gold wert! 🙂

Und nun wieder Wechsel in meine „Schmutz Ecke“, in der ich immer mit Metall arbeite.

Das Gewinde für die Schraube wird angebracht.

Hm – „geht“.

So richtig zufrieden bin ich allerdings nicht. Die Spitze ist zu lang. So kann man nicht richtig anzeichnen, weil die Bleistiftspitze zu weit rausragt.

Ich bräuchte „etwas“, bei dem die Spitze nicht so lang ist….

Und wenn ich diesen komischen Anzeichner nehme?

Yep – so geht’s.

In der Stadt habe ich dann noch diese beiden Alternativen gefunden (Druckbleistift und Mine) das ginge auch. Das werde ich über die Zeit mal ausprobieren, was besser geht.

In der Zwischenzeit stattet mir Niklas einen kurzen Besuch ab. Gestern Abend habe ich einen echten „Schnapp“ im Netz gemacht.

Schnitzmesser. Alle Messer (über 70 Stück…) haben mich gekostet:

50 €

So wirklich werde ich nicht in’s Schnitzen einsteigen. Ich hätte aber schon immer mal wieder das ein oder andere Eisen bei einem Projekt gebraucht, hatte aber keines. Ein Blick ins Netz zeigt, dass bereits das dritte Messer mehr gekostet hätte, als all diese Messer inkl. Taschen zusammen. Da freue ich mich! Der Verkäufer übrigens auch. Sein Vater ist leider gestorben. Er konnte mit Schnitzen so gar nichts anfangen. Und nachdem sie nun jahrelang nur im Keller gelegen haben, war er ganz froh, dass die Messer zu jemanden kommen, bei dem sie wenigstens das ein oder andere Mal benutzt werden – und nicht nur von einem Zwischenhändler mit maximal möglichen Gewinn weiterverhökert werden.

Niklas muss natürlich sofort den Neuzugang ausprobieren.

Noch keine Kunstwerke. Klar. Aber er lernt den Umgang mit scharfem Werkzeug.

Und ist mal wieder mit seinem alten Herren zusammen. Auch sehr schön 🙂

Ich habe noch eine kleine Nut eingearbeitet, in die das Eisen passt. Davon verspreche ich mir, dass das Eisen stabiler sitzt.

Nun kann ich noch die Löcher für die beiden anderen bohren, wo dann die Halteschraube für das Messer reinkommt.

Das mache ich wieder an der Tischbohrmaschine.

Und noch ein Gewinde reingeschnitten.

Die allerletzten Kleinigkeiten werden noch Verputzt.

Fertig sind die drei kleinen Helferlein.

🙂

Ob ich die – dauerhaft – dort aufbewahren werde, weiß ich noch nicht. Da hätte ich sie zumindest jederzeit griffbereit an der Hobelbank.

Fertig.

 

 

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Mein Weg als Hobbyschreiner