Schreibtischplatte

Freunde von uns haben mich gebeten, ihnen eine Schreibtischplatte zu bauen. Folgende Eckdaten waren vorgegeben:

  • Eiche (möglichst wenig Äste)
  • feste Maße
  • Gratleisten möglichst weit Aussen

Gut. Das kriege ich hin. Ein schöne Samstagsbeschäftigung 🙂

Das Holz habe ich in einer größeren Aktion von meinem Holzhändler geholt. Weil es sich für mich einfach nicht lohnt, wegen ein „paar Brettern“ dorthin zu fahren, ist es „ein bisschen“ mehr geworden.

Konkret war es so, dass mich die Freunde gebeten hatten, eine Schreibtischplatte (Eiche) und eine Ansteckplatte (Buche) zu bauen. Caro möchte unser Arbeitszimmer neu gestalten. Da wird noch einiges an Arbeit auf mich zukommen (dazu aber erst später). Für diese Projekte haben wir uns für Esche entschieden. Das ist derzeit recht „günstig“ und kostet ca. 1/3 von Eiche. Die Eschen sterben gerade alle ab, da ein Pilz rumgeht, der die Bäume alle tötet. Wirklich jammerschade um diese herrlichen Bäume. So, wie’s jetzt aussieht, wird es in 100 Jahren keine Eschen mehr geben. Dann hab ich mir gedacht: dann rette ich auf diese Art & Weise wenigstens etwas in die nächsten Jahre und hab auch noch was davon.

Auf dem Bild ist nicht das ganze Holz zu sehen. Alles in allem sind es rd. 2,5 m3. Das hat nicht mehr in unseren kleinen Anhänger gepasst und so habe ich mir extra noch einen größeren gemietet (Andi, der Holzhändler hat mir eine WhatsApp geschickt iSv „schau mal, das hab ich für Dich vorbereitet…“). Zusammen mit Martin habe ich mich dann bei Andi getroffen – und so war das dann gleich ein nettes Wiedersehen. Andreas wollten wir an sich auch noch Holz mitnehmen – wir haben es aber schlicht nicht mehr ins Auto bekommen, so schwer war die ganze Fuhre…

Nach weiteren rd. 2,5 Stunden harter Arbeit, bei der mich Caro sehr tatkräftig unterstützt hat, war das ganze Holz auch endlich im Keller. Dieses mal haben wir die wirklich sehr schweren, großen Bohlen allerdings nicht mehr durchs Haus gewuchtet, sondern gleich durch den Lichtschacht in der Werkstatt rutschen lassen. Geht „einfacher“ und es geht im Treppenhaus nicht so viel am Putz kaputt.

So. Nun kann es aber – endlich – losgehen.

Zwei große Eichenbohlen – A Qualität. Wunderschön!

Grob vorgeschnitten. Das macht das weitere Handling leichter & einfacher.

Gesäumt wird auf der Kreissäge mit Besäumschuh (links im Bild).

Ich habe versucht, möglichst wenig Verschnitt zu produzieren. So kommen dann allerdings unterschiedliche Breiten heraus. Um mir die Arbeit ein wenig zu erleichtern, habe ich sie wenigstens nach der Breite sortiert – dann muss ich nicht ständig die Maschine neu einstellen.

Das Hobeln geht los – die erste Seite wird abgerichtet.

Wenn das dann bei allen Brettern „durch“ ist, kann die Referenzkante gefügt werden.

In der Dickte werden dann die Seiten parallel zueinander gehobelt und die Endstärke hergestellt.

Fertig sind ein paar „Bretter“ – und ein paar Stunden sind rum …. 🙂

Die Bretter sortiere ich mir dann so, dass sich ein möglichst schönes Bild ergibt. Die schmalen Bretter habe ich lieber in die Mitte getan.

Man sollte bei dem ganzen Spielchen aber auch die Jahresringe beachten – hier durch die Bleistiftstriche kenntlich gemacht.

Und nun können die Bretter für die folgende Bearbeitung mit dem Schreinerdreieck gekennzeichnet werden.

Ich füge die Kanten für die Verleimung lieber per Hand – das ist mir lieber und gibt präzisere Fugen.

Damit die einzelnen Lamellen beim Verleimen nicht verrutschen, sichere ich sie mit Lamellos. Und weil ich ehrlich gesagt zu geizig bin, hab ich mir die selbst geschnitten.

Dann kann auch schon der Leim aufgebracht werden.

Und hier ist auch schon eine Neuerung zu sehen. Ich habe mir für die „großen Blauen“ aus Resten eine Halterung gebaut, mit deren Hilfe ich sie an der Hobelbank fixieren kann. Die Dinger sind mir schon einige male umgefallen. Das war mehrere male – ganz knapp – an einem wirklich bösen Unfall mit voraussichtlich schweren Verletzungen – die Dinger wiegen ja doch so einiges….

So geht’s jetzt deutlich besser.

So können die Bretter jetzt schön trocknen.

In der Zwischenzeit kann ich mich den Gratleisten widmen. So – in etwa – soll es dann einmal aussehen.

Die Schablone hatte ich mir extra damals aufgehoben. Praktisch – hier passt sie auch. Und weil da wirklich viele Späne anfallen, wird mit der „großen“ Absaugung abgesaugt (schlecht zu erkennen, rechts unten im Bild) – dann ist der Spänesack vom Staubsauger nicht ständig voll.

Das funktionier sehr gut so.

Hat gut geklappt.

Wichtig ist, dass die Gratnut konisch ist. In diesem Fall ist der Unterschied zwischen „vorne“ und „hinten“ rd. 1 mm. Das reicht, um später die Gratleiste gut einschieben zu können.

Hier habe ich das Ganze mal ein wenig ausführlicher beschrieben: https://holzwerkstattblog.wordpress.com/projekte/projekte-aus-dem-jahr-2016/couch-tisch/5-gratleisten/

Die Gratleisten werden dann mit dem gleichen Fräser gemacht. Auch die wieder konisch. Den 1 mm nehme ich dann fix mit meinem Grathobel weg.

Sie passen sehr gut und sind fest.

So kann das Holz arbeiten, aber nicht schüsseln.

Fertig ist eine Schreibtischplatte.

Ach ja. Die Ansteckplatte aus Buche habe ich dann nach dem oben dargestellten Muster genauso gefertigt:

 

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Mein Weg als Hobbyschreiner