3. Teil – Leimholz herstellen

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Im nächsten Schritt sind die „Bretter“ herzustellen, aus denen der Schrank gebaut werden soll – Leimholz. Insgesamt sind 4 Bretter für den Korpus und 2 Bretter für die Zwischenwände (= Rahmenfüllungen) herzustellen. Das dauert alles seine Zeit (insbesondere wegen der Trockenzeiten vom Leim) und hat sich insgesamt über mehrere Tage hingezogen.

Alles in allem kommen da – einige – Fugen zusammen. Und an dem Punkt bin ich ziemlich spießig. Ich möchte dichte & haltbare Leimfugen haben. Alles andere ist Murks.

Die grundsätzlichen, nun anstehenden Arbeitsschritte sind immer gleich.

  • Fügen
  • Verleimen

Meine generelle Vorgehensweise, wie – ich – Bretter per Hand mit dem Hobel füge habe ich mal hier dargestellt: https://holzwerkstattblog.wordpress.com/werkstatt-2/so-mach-ichs/das-fugen/

Die lieben „Verleimregeln“. Die könnte man jetzt in der Suchmaschine eingeben. Dort steht dann z. B. „Kern an Kern; Splint an Splint“. Soviel zur Theorie (siehe hierzu auch: https://www.gdholz.net/fachwissen-holz/qls-massnahmen.html).

Alles schön und gut. Das Auge des Betrachters hat dann doch noch ein Wörtchen mitzureden und so versuche ich zwar, mich an die Regeln zu halten (die grundsätzlichen Eigenarten vom Holz können ja nicht unterbunden werden), ich möchte es aber auch nicht allzu ernst nehmen.

Also, ich  mach’s so:

  • möglichst stehende Jahresringe
  • im Sichtbereich, wo gewollt „Fladerung“
  • bei liegenden Jahresringen brettweise abwechseln (links/rechts)
  • möglichst keinen Wechsel der Faserrichtung innerhalb der Fläche (das macht das anschließende Hobeln sonst deutlich schwieriger); ein Punkt, den ich persönlich am schwierigsten einzuhalten finde – die Faserrichtung ist nicht immer eindeutig zu erkennen und wechselt auch gerne mal innerhalb eines Brettes…

Die Kante wird mit einem „möglichst langen“ Hobel (hier eine Nr. 7) mit möglichst gleichmäßigem Druck gefügt. Ein gutes Zeichen ist ein durchgehender, gleichmäßiger Span. Den Hobel möglichst tief greifen. Die vordere Hand kann den Hobel noch mit den Fingern von unten/an der Seite unterstützen und so helfen, etwaige Winkelfehler zu minimieren.

Die zu verleimenden Bretter stelle/lege ich dann aufeinander und versuche sie – ganz leicht – zu verrutschen. Die Finger sind doch ziemlich feinfühlig und merken schon, wo’s noch hakt/noch kein flächiger Kontakt hergestellt ist.

Ein Blick auf die Fuge im Gegenlicht hilft auch. Wenn dann noch ein Lichtspalt zu sehen ist, „ist noch was faul“ 🙂 und es muss noch weiter gearbeitet werden.

Am ein oder anderen Brett hat der Heinz hinter der Hobelmaschine nicht genau genug gearbeitet und am Ende vom Brett mehr weg genommen, als in der Mitte.

Das markiere ich mir dann und lasse die betroffenen Regionen eine besondere Behandlung mit dem Hobel zukommen – bis es „gerade“ ist.

Zum Schluss aber immer noch die Probe auf einer Ebenen Fläche; das ist wichtig. Was nützt mir die tollste, korrekt gefügte Kante – wenn die verleimte Fläche hinterher krumm und schief ist, weil die Kante nicht 90 Grad sondern 85 Grad hat.

Zum Verleimen ist alles vorbereitet; meine „Verleimwand“ ist aufgebaut. Die neuen Halter, mit denen ich sie an der Hobelbank festmachen kann, bewähren sich wirklich sehr. Das freut mich; war das doch ein ewiger Quell von Stress in der Werkstattt. Es kann losgehen.

… weil ich immer wieder gefragt werde, woher ich diese blauen, massiven Türspanner habe. Die habe ich – vor Jahren – bei einem Werkzeughändler im Netz gekauft. Heute ist er pleite und von einem Franzosen übernommen worden. Die haben die Dinger aber auch nicht mehr. Bei meinem Werkzeughändler in München habe ich jetzt welche in einer ähnlichen Bauart gesehen, allerdings deutlich kürzer, aber vielleicht doch für den ein oder anderen relevant.

Auf die Fugen habe ich noch je eine Zwinge gesetzt. In der Mitte noch je ein Holz, damit sich die Fläche beim Verleimen nicht in sich durchbiegt und so ein krummes Brett erzeugt.

Den überschüssigen, austretenden Leim nehme ich dann im noch kaugummiartigen Zustand mit einer alten Ziehklinge ab. Das schont hinterher die Hobeleisen – und erspart mir das durchaus lästige Schärfen…

Bis dann alle Kanten gefügt sind dauert das schon mal ein paar Tage….

Und damit sich bis ich wieder dazu komme, weiter zu arbeiten, nichts verzieht, lasse ich die fertigen Leimholzplatten aufrecht stehen – von beiden Seiten gleichmäßig belüftet. Anderenfalls verzieht sich die nun aufwändig hergestellte Platte sofort. Muss ja nicht sein.

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