3. Teil – Sitzbock

Heute geht es mit dem Bau vom „Sitzbock“ weiter. Meine Stemmmaschine kommt zum Einsatz und ich muss mir noch was einfallen lassen, wie ich die Verbindungen so machen kann, dass sie zwar „fest“ aber trotzdem „beweglich“ sind. Eigentlich ja ein Widerspruch in sich.

dscf2068

Eine (Rest) Leiste von der dickeren Eschen Bohle habe ich noch. Das geht sich gerade noch aus, um die 4 Teile für die beiden Sitzböcke zu machen.

dscf2069

Der Zuschnitt ist dann kurzerhand erledigt.

dscf2070

Die Kufen sollen in einem Winkel von 22 Grad angestellt werden. Im Netz haben sie gemeint, das sei ein „guter“ Winkel.

Keine Ahnung. Unsere Wald und Wiesen Schlitten haben gar keinen Winkel. Die besseren Rodel, die wir haben, haben einen. Im Netz war man sich nicht ganz einig, ob es jetzt 10, 20 oder gar 25 Grad werden sollen.

Mit 22 Grad Kufenneigung bin ich dann später am schnellsten. Jawohl!

🙂

dscf2071

Dieses Maß wird dann mit der Schmiege an der Säge eingestellt.

dscf2072

Die Schultern von den Zapfen setze ich an der Tischkreissäge ab. Das verhindert später Ausrisse an der sensiblen Flanke.

dscf2073

Gut geworden.

dscf2075

Nun kommt wieder mein „Zauberteil“ zum Einsatz. Damit kann ich die Zapfen einfach und gefahrlos an der Tischkreissäge schneiden. Die Hände sind  aus dem Gefahrenbereich.

dscf2077

Gut geworden.

dscf2078

Die schrägen Zapfen mache ich lieber per Hand. Das war mit zu blöde, diese dauernde Einstellerei an der Maschine. Am Ende ist dann doch was falsch und dann ist das Geschrei groß.

Schneller geht’s allemal per Hand und ein wenig Übung schadet mir gar nicht…

dscf2079

Geht tatsächlich ratz fatz.

dscf2080

Gut geworden. Alles schön einheitlich.

dscf2081

Nun kann ich das Maß für das Zapfenloch am lebenden Objekt abnehmen und auf den Querholm übertragen.

dscf2082

Hm. Das wird kniffelig. Das Zapfenloch muss schräg werden. Das geht nur per Hand. Im dem tatsächlich ziemlich harten Eschenholz gar kein so leichtes Unterfangen.

dscf2083

Irgendwann war aber auch das geschafft.

 

dscf2085

Na toll. In einer Pause habe ich mir das ganze noch einmal durch den Kopf gehen lassen.

Ergebnis: Mir sind die knapp 3 cm der bisherigen Verstrebungen zu schwachbrüstig. Mit dem Schlitten wird später auch Niklas fahren, ich fahre auch nicht immer nur mit angezogener Bremse. Da schadet es nicht, ein wenig Puffer zu haben.

Also. Ich hole mir noch eine Eschenbohle. Die ist allerdings dünner. Also werde ich sie zusammenleimen. Das hat noch den Vorteil, dass das stabiler sein sollte.

dscf2087

Auch hier kommt wieder der PU Leim zur Anwendung. Mit einem Restholz verteile ich alles gleichmäßig. Das sollte gut halten.

dscf2088

Der Hersteller empfiehlt, die Flasche kopfüber zu lagen, um so möglichst wenig Luft in der Flasche zu haben, mit der der Leim reagiert und schneller altert. Ok. Mache ich. Bin mal gespannt, ob’s tatsächlich was bringt…

dscf2089

Dann waren einige Zwingen gefragt – und Warten.

dscf2090

In der Wartezeit kann ich mich den bereits fertigen Teilen widmen und finale Arbeiten erledigen.

Die Kanten von den Teilen möchte ich mit einem Viertelstabprofil versehen. Das mache ich an der Tischfräse und der Hochgeschwindigkeitsspindel. Da ist die Absaugung besser und ich kann die geschwungenen Teile besser führen.

dscf2091

Gefällt mir gut.

dscf2096

An den Ecken arbeite ich mit meinem Lie Nielsen, „immer dabei“ Hobel Nr. 102 auch passende Rundungen an.

dscf2098

Geht doch.

dscf2099

Nun können die Teile noch einmal geschliffen werden. Dieses mal kann ich das allerdings in der Werkstatt machen – der PU Leim ist ja nun „fast“ weg.

dscf2100

So sollen die Teile grundsätzlich zusammen.

dscf2101

Mit den in der Zwischenzeit fertigen, neuen Teilen für die beiden Sitzböcke kann ich nun wieder Maß nehmen, wo die Zapfenlöcher an den Kufen hin sollen.

dscf2102

So sollen die Sitzböcke später dann – in etwa – aussehen.

dscf2103

Die Zapfenlöcher werden sauber angezeichnet.

dscf2118

dscf2104

Dieses mal möchte ich mir das Leben leichter machen und nutze die Stemmmaschine.

dscf2105

Damit kann ich sehr schöne, saubere „viereckige Löcher“ stemmen. Wenn ich mir vor Augen führe, wie lange ich für zwei Zapfenlöcher gebraucht habe, sind die knapp 2 Minuten mit der Maschine fast schon lächerlich.

dscf2114

Beim Anzeichnen der Löcher für die Streben mache ich es mir leichter und übertrage das einmal angezeichnete Maß auf die anderen Streben. Das reduziert auch gleich noch Maßfehler.

dscf2115

Die senkrechten Löcher sind schnell erledigt.

dscf2116

dscf2117

Dreimal Eintauchen – fertig.

dscf2107

Ein wenig kniffliger waren dann die „schrägen“ Zapfenlöcher. Da kommt recht viel Druck drauf und so muss das Werkstück gut und sicher gespannt werden. Da habe ich mir aus Restholz kurzerhand einen passenden Keil zurechtgeschnitten und so war alles fest.

dscf2108

Geht gut.

dscf2109

Alle Löcher sind drin.

Dieses mal habe ich einen anderen Ansatz gegenüber dem ersten „Versuch“. Ich arbeite keine Zapfen & Zapfenlöcher an. Ich stemme an beiden Teilen ein „Zapfen“ – Loch. Dort kommt dann ein angepasster „Domino“ Dübel rein. natürlich nicht die originalen (die hätten ja runde Kanten). Ich werde mir ein passendes Profil fertigen und davon dann die paar Teile passend abschneiden. Das hat gleich noch den Vorteil, dass ich von den Längen her sehr flexibel bin.

dscf2110

Dieses Loch habe ich nicht nachbearbeitet. Per Hand kriege – ich’s – nicht besser hin. Das dauert keine 2 min.

dscf2120

Für diese kleinen Teile nehme ich lieber „Fritz & Franz„; die Finger danken es einem.

dscf2121

dscf2125

Noch eine kleine Nachbearbeitung mit dem selbst gebauten Einhandhobel von Gerd.

dscf2111

So passen die Zapfen Hölzchen sehr gut & stramm.

dscf2112

Um beim Verleimen keine bösen Überraschungen zu erleben, habe ich lieber noch einen Hauch von den Zapfen abgeschnitten. So passen sie – sicher – rein.

dscf2122

Die Zapfen in den Kufen brauchen aber eine Spezialbehandlung. Die Kufen müssen beweglich sein, sonst kann der Lenkrodel nicht das tun, was er soll – lenkbar sein.

Also habe ich an den Zapfen an den Seiten jeweils ein wenig abgenommen, so dass diese Verbindung zwar „fest“ aber trotzdem beweglich ist.

dscf2123

So sieht’s gut aus.

dscf2124

Die Zapfen an den übrigen Verbindungen sollen dagegen „stramm“ sitzen.

dscf2134

Theoretisch sieht’s schon mal gut aus.

Zurück zur Projektübersicht „Rodel“.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.

Mein Weg als Hobbyschreiner